Geschichte und Gegenwart des Rätoromanischen in Graubünden und im Rheintal
Am 8. Mai 2012 fand in den historischen Räumlichkeiten des Liechtenstein-Instituts in Bendern die Präsentation des Bandes 2 der „Schriftenreihe des Arbeitskreises für interregionale
Geschichte des Mittleren Alpenraumes“ (AIGMA) statt. Das Thema des 150 Seiten umfassenden Autoren-Sammelbandes widmet sich der „Geschichte und Gegenwart des Rätoromanischen in Graubünden und im
Rheintal“. Der „Arbeitskreis“ ist grenzüberschreitend, hat seinen Sitz im Palais Liechtenstein in Feldkirch mit Geschäftsführer Gerhard Wanner. Er hat gemeinsame Projekte,
Tagungen und Publikationen zur Zielsetzung. Ihm gehören zurzeit neun landeskundliche Einrichtungen aus Vorarlberg, sechs aus der Schweiz und zwei aus Liechtenstein an.
Geschichtlicher Bogen
Wie die beiden Herausgeber der Schrift, Georg Jäger, Chur und Gerhard Wanner, Feldkirch betonten, liegt die
Besonderheit der sieben Beiträge umfassenden Publikation darin, dass sie den weiten Bogen von der Vorgeschichte bis zur Gegenwart umfasst. Zwei Beiträge behandeln die Probleme des heutigen
Rätoromanischen in Graubünden und den Kampf um seinen Bestand. Der direkte Vorarlbergbezug ist durch drei Themen vorhanden. Archäologin Ulrike
Mayr behandelt das vor- und geschichtliche Fund-Erbe der so genannten Rätischen Epoche im Rheintal. Guntram Planggwidmet sich dem rätoromanischen Orts- und
Flurnamengut in Vorarlberg und den Relikten dieser Sprache im alemannischen Dialekt. Gerhard Wanner geht der Frage nach, wie die Vorarlberger Geschichtsschreibung im Laufe der Jahrhunderte die
auf unserem Boden lebenden „Völker“ und vor allem Räter bzw. Rätoromanen politisiert und ideologisch „vereinnahmt“ hat.
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